Ratgeber

Montag, den 07. November 2011 um 00:00 Uhr

 


Sicherer und gesunder Babyschlaf-

zur Vermeidung des Plötzlichen Kindstodes


Was ist der Plötzliche Kindstod (SIDS)?

Der Plötzliche Kindstod oder Säuglingstod (Sudden Infant Death Syndrome; SIDS) ist der plötzliche und unerwartete Tod eines zuvor normal und gesund erscheinenden Säuglings. SIDS kann im Schlaf während des ersten Lebensjahrs auftreten....

 

 

 

 

Wie häufig ist der Plötzliche Kindstod?
Glücklicherweise ist SIDS ein sehr seltenes Ereignis, es ist aber die häufigste Todesursache von Kindern im ersten Lebensjahr. (0,53 Todesfälle pro 1000 Neugeborene, in Deutschland ca. 400 Fälle/Jahr).

 

 

Wie kann das Risiko gesenkt werden?
Ein paar einfache Maßnahmen helfen, das Risiko für ein Kind auf ein Minimum zu reduzieren.

Die folgenden Empfehlungen sind wissenschaftlich belegt und haben sich in der Praxis bewährt:

Rückenlage "Das Baby sollte vom ersten Tag an immer - auch am Tage - auf dem Rücken schlafen.

Dies ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme für einen sicheren Schlaf des Babys."

Es besteht keine Gefahr, dass die Kinder in Rückenlage ersticken. Doch Kinder, die in Bauch- oder Seitenlage schlafen gelegt werden, haben ein erhöhtes Risiko für SIDS. Wenn die Babys wach sind, sollte die Bauchlage aber gefördert werden. Dies ist für die motorische Entwicklung und die Vermeidung von Fehlbildungen des Schädels (Flachschädel) wichtig. Deswegen ist auch zu empfehlen, das Baby bei der Flaschenfütterung oder beim Stillen, abwechselnd links und rechts zu halten. Auch beim Schlafen sollte der Kopf des Säuglings von Anfang an abwechselnd nach links oder nach rechts gelegt werden. Zum Beispiel kann auch ein Spielzeug abwechselnd rechts oder links aufgehängt werden.

Stillen ist gesund. Wenn möglich, sollte das Baby 6 Monate lang gestillt werden. Das stärkt seinen Organismus und sein Immunsystem." Es ist wissenschaftlich unumstritten, dass Stillen für Mutter und Kind eine Vielzahl positiver Effekte hat. Bei Kinder, die regelmäßig einen Schnuller benutzen, ist das Risiko des Plötzlichen Kindstod geringer als bei anderen Neugeborenen. Nimmt das Kind einen Schnuller, so sollte es diesen zu jedem Schlaf bekommen.

 

 

Im Elternschlafzimmer in einem eigenen Bettchen

"Im ersten Jahr sollte das Baby im Schlafzimmer der Eltern in einem eigenen Bettchen schlafen."Das Schlafen des Kindes im eigenen Bett im Zimmer der Eltern senkt das Risiko für SIDS. Es wird vermutet, dass die Kinder durch die Schlafgeräusche der Eltern in der eigenen Atmung angeregt werden. Die Kinderbettmatratze sollte fest sein, damit das Kind nicht darin versinken kann. Das Schlafen im Bett der Eltern erhöht das Risiko für SIDS insbesondere für ganz junge Kinder und wenn die Eltern Raucher sind.  Die Matratzen der Elternbetten sind in der Regel weicher und die Decken können zu Überwärmung oder Überdecken des Kindes führen.Für viele Mütter ist es angenehmer, das Kind nachts zum Stillen ins Bett zu holen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Die Kinder sollten nach dem Stillen nach Möglichkeit wieder in ihr eigenes Bettchen gelegt werden.

Das gemeinsame Schlafen auf dem Sofa scheint ein besonders hohes Risiko darzustellen und sollte vermieden werden. Schlafsäckchen "Babyschlafsäckchen sind sicherer als Decken (sie lassen sich nicht wegstrampeln oder über den Kopf ziehen). Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass das Säckchen nicht zu groß und die Halsöffnung nicht größer als der Kopfumfang ist.

 

In unserem Fachgeschäft werden spezielle Neugeborenenschlafsäckchen angeboten und Sie werden sachgerecht beraten. 
Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht unter Kissen, Nestchen, Decken oder Kuscheltieren ersticken kann. Immer wieder werden bislang völlig gesunde Kinder, die an SIDS verstarben, mit einer Decke oder einem Kissen über dem Kopf aufgefunden. Dieses Risiko lässt sich durch Verwendung eines Schlafsacks wirksam vermeiden. Beim Kauf ist auf eine geeignete Größe und nicht zu große Kopf- und Armausschnitte (Wärmeverlust) zu achten. Wenn das Kind im Schlafsack friert (aber: Überwärmung vermeiden!) sollte es lieber wärmer angezogen werden (z.B. zusätzlicher Pullover, Strümpfe ) als dass eine Decke verwendet wird.



Schutz vor Überwärmung
Das Schlafzimmer sollte auch im Winter nicht wärmer als ca. 18° C sein. Wenn das Baby im Nackenbereich schwitzt, ist die Umgebung zu warm.
Eine angemessene Zimmertemperatur zusammen mit der Verwendung eines Schlafsäckchens kann das Kind vor Überwärmung und vor dem Frieren schützen. Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und ist deshalb gerade bei Atemwegsinfekten besonders ungünstig. Selbstverständlich sollen die Kinder nicht frieren.

Wenn Sie mit der Hand die Hauttemperatur im Nacken bzw. zwischen den Schulterblättern des Kindes überprüfen, sollte diese warm und trocken (nicht schwitzig) sein. Im Sommer sind Klimaanlagen oder Ventilatoren nicht notwendig, wenn die Temperatur im Zimmer höher als 18 °C ist. Es genügt, wenn die Kinder angemessen leicht bekleidet sind.



Wichtige Tipps zum sicheren, gesunden Babyschlaf:

  • Rückenlage
  • Rauchfrei
  • Stillen ist gesund
  • Das eigene Bettchen im Elternschlafzimmer
  • Schlafsäckchen
  • Schutz vor Überwärmung


Wenn ein Kind auch von anderen Personen schlafen gelegt wird (Großeltern, Tagesmütter, Babysitter) sollten diese auch über diese Punkte informiert sein!

Beim Kinderbett beachten:

  • Feste Matratze
  • Kein Kissen
  • Schlafsäckchen, keine dicke lose Decke
  • Wenige und kleine Kuscheltiere, die das Kind nicht überdecken können
  • Kein Nestchen bauen

 

quelle: Dr. Lotze

 

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